Bundesverband der deutschen Bioethanolwirtschaft e.V.
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Klima

Der Verkehr ist das Sorgenkind der europäischen Klimapolitik. Während die schädlichen Treibhausgasemissionen in allen anderen Sektoren gegenüber 1990 gesunken sind, stiegen sie im Bereich der Mobilität wegen des Verkehrswachstums weiter an. Die EU hat sich daher zum Ziel gesetzt, im Jahr 2020 zehn Prozent erneuerbare Energie im Verkehr zu verwenden. Die Einhaltung dieser Zielmarke ist nur mit dem Einsatz von Biokraftstoffen erreichbar. Denn Biokraftstoffe stellen die einzige, mit der heutigen Infrastruktur kompatible Alternative zu fossilen Kraftstoffen dar.

Für die Anerkennung als Biokraftstoff schreibt die EU Mindesteinsparungen bei den Treibhausgasen vor. Deutschland ist Vorreiter bei der Umsetzung: Seit Januar 2011 setzt die deutsche Branche auf Grundlage der Biokraftstoff-Nachhaltigkeitsverordnung die Anforderungen der europäischen Richtlinie Erneuerbare Energien um. Alle hierzulande vertriebenen Biokraftstoffe sparen gegenüber fossilem Benzin mindestens 35 Prozent der Treibhausgase ein - staatlich kontrolliert und zertifiziert. Das gilt für die gesamte Produktionskette: Emissionen aus Landnutzungsänderungen, Düngung, dem Kraftstoffeinsatz bei der Ernte, Transport, Vertrieb, Herstellung und der Verbrennung im Motor werden einberechnet. Zusätzlich verbietet die Verordnung die Rodung von Regenwäldern. Ab 2017 wird die Anforderung erhöht: Sogar 50 Prozent der Treibhausgase müssen gegenüber fossilem Benzin eingespart werden. Neue Bioethanolanlagen sind verpflichtet, ab 2018 mindestens 60 Prozent nachzuweisen.

Deutsche Hersteller erreichten 2015 bereits eine Einsparung der Treibhausgasemissionen (THG) von über 62 Prozent im Vergleich zu fossilem Benzin und werden mittelfristig sogar bis zu 70 Prozent Einsparung erreichen. Würden alle für E10 frei gegebenen Fahrzeuge in Deutschland den klimafreundlichen Kraftstoff tanken, könnten die Emissionen im Verkehr um rund 3,6 Millionen Tonnen Treibhausgase sinken. Dies ist mehr Einsparung an CO2 als beispielsweise laut Umweltbundesamt ein Tempolimit von 120 km/h für alle Fahrzeuge zur Folge hätte.

Kurz gefasst:

Deutsches Bioethanol

  • ist integraler Bestandteil der EU-Klimaziele für den Verkehr
  • übertrifft die strengen Klimaschutzvorgaben deutlich: 2016 erreichte Bioethanol im Vergleich zu fossilem Benzin eine Einsparung der Treibhausgasemissionen von 70 Prozent, obwohl Biokraftstoffe nach der Erneuerbare Energien-Richtlinie erst ab 2017 eine Mindesteinsparung von 50 Prozent erreichen müssen.

THG-EinsparungBiokraftstoffeGrafik_BLE_2014_2016.jpg

Vergleich 2014 und 2015: