Bioethanol | Marktdaten Deutschland 2025

 

Überblick

Die deutsche Bioethanolproduktion ist im vergangenen Jahr erneut gestiegen und zeigt sich – nach den stark schwankenden Produktionsjahren zu Beginn der 2020er-Jahre – sehr stabil. Auch der inländische Absatz von Bioethanol, das Benzin beigemischt wird, entwickelte sich weiterhin positiv. Im Jahr 2025 lag der Verbrauch von Bioethanol im Kraftstoffmarkt bei mehr als 1,3 Millionen Tonnen und damit über vier Prozent höher als im Jahr zuvor. Etwas mehr als die Hälfte des Gesamtbedarfs an Bioethanol für den deutschen Kraftstoffmarkt wurde durch Importe gedeckt. Im insgesamt moderat wachsenden Kraftstoffmarkt stieg der Benzinabsatz um knapp ein Prozent auf etwa 17,9 Millionen Tonnen. Gleichzeitig erhöhte sich die Beimischungsquote von Bioethanol in den Sorten Super E10, Super Plus und Super (E5) auf 6,9 Volumenprozent (2024: 6,7 Volumenprozent). Der Anteil von Super E10 am Gesamtmarkt nahm – wie bereits in den vergangenen Jahren – auch im Jahr 2025 erneut zu und erreichte einen Wert von 28,6 Prozent (2024: 27,5 Prozent).

 

Bioethanolproduktion 2025

Im vergangenen Jahr wurden in den deutschen Bioraffinerien etwas mehr als 790.000 Tonnen Bioethanol erzeugt. Gegenüber dem Jahr 2024 ist dies ein Anstieg der Produktionsmenge um mehr als 46.000 Tonnen – dies entspricht gut sechs Prozent.

Den größten Anteil an der Produktion hatte nach wie vor Bioethanol aus Futtergetreide mit etwa 630.000 Tonnen (rund 80 Prozent). Weitere fast 160.000 Tonnen (etwa 20 Prozent) wurden aus Zuckerrübenstoffen gewonnen. Der Anteil von Bioethanol aus Rest- und Abfallstoffen wurde von der Bundesanstalt für Ernährung und Landwirtschaft (BLE) nicht näher quantifiziert.

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Die aus Zuckerrübenstoffen beziehungsweise Melasse hergestellte Bioethanolmenge belief sich im vergangenen Jahr auf 159.368 Tonnen und nahm – wie bereits im Jahr 2024 – erneut deutlich zu. Gegenüber dem Vorjahr entspricht dies einem Anstieg von knapp 77 Prozent. Diese Produktionsmenge wurde durch den Rohstoffeinsatz von mehr als 1,8 Millionen Tonnen Zuckerrüben erreicht. Damit wurden im vergangenen Jahr etwa 770.000 Tonnen mehr Zuckerrüben zu Bioethanol verarbeitet als noch im Jahr 2024. Insgesamt entsprach die verarbeitete Menge rund 5,6 Prozent der deutschen Zuckerrübenernte des Jahres 2025.

Trotz einer insgesamt sehr guten Getreideernte von über 45 Millionen Tonnen im Jahr 2025 (gegenüber knapp 39 Millionen Tonnen im Jahr 2024) ging die Bioethanolproduktion aus Futtergetreide leicht zurück. Sie sank um 3,6 Prozent von 653.941 Tonnen im Jahr 2024 auf 630.701 Tonnen. Die
dafür verarbeitete Menge von rund 2,6 Millionen Tonnen Futtergetreide entsprach etwas mehr als 5,8 Prozent der deutschen Getreideernte (2024: 6,8 Prozent). Deutliche Veränderungen zeigten sich insbesondere bei der Verarbeitung von Körnermais: Hier ging die Bioethanolproduktion um 29,3 Prozent zurück, nachdem sie im Vorjahr noch um nahezu 16 Prozent gestiegen war.

Bei der Bioethanolproduktion werden die pflanzlichen Bestandteile der eingesetzten Rohstoffe – neben der Fermentation zu Bioethanol – vollständig verwertet und zu wertvollen Koppelprodukten verarbeitet. Aus den anfallenden Proteinen, Ballaststoffen, Mineralstoffen und Vitaminen werden insbesondere Proteinfuttermittel für die Tierernährung sowie weitere Produkte für die Lebens- und Futtermittelindustrie hergestellt.

Darüber hinaus fallen organischer Dünger, Biogas sowie biogenes CO2 an, das zunehmend unter anderem in der Getränkeindustrie und für technische Anwendungen genutzt wird.


Bioethanol-Bestimmung

Die von deutschen Bioethanolherstellern abgegebene Gesamtmenge Bioethanol ist im Vergleich zum Vorjahr um knapp neun Prozent auf rund 758.000 Tonnen zurückgegangen (2024: 831.616 Tonnen). Besonders deutlich fiel der Rückgang im Bereich der chemischen und pharmazeutischen Industrie aus. Nach einem noch starken Anstieg im Vorjahr (+ 39 Prozent) sank die abgesetzte Menge von über 103.000 Tonnen im Jahr 2024 auf nur noch gut 45.000 Tonnen im Jahr 2025. Dies entspricht einem Rückgang von rund 56 Prozent. Auch bei der Verwendung von Bioethanol in Nahrungsmitteln und Getränken wurde eine deutliche Abnahme von 23 Prozent verzeichnet: von noch knapp 98.000 Tonnen im Jahr 2024 auf lediglich etwas mehr als 75.000 Tonnen im Jahr 2025. Dagegen zeichnete sich im Kraftstoffbereich eine leicht positive Entwicklung ab: Die hier eingesetzte Bioethanolmenge stieg geringfügig um 1,1 Prozent von knapp 630.000 Tonnen im Jahr 2024 auf gut 637.000 Tonnen im Jahr 2025.

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Bioethanolverbrauch 2025 im Kraftstoffmarkt

Im Jahr 2025 wies der Markt für Ottokraftstoffe ein moderates Wachstum von gut einem Prozent auf, der Absatz von Benzin erhöhte sich auf rund 17,9 Millionen Tonnen (2024: 17,8 Millionen Tonnen). Der Verbrauch von Bioethanol, das den Kraftstoffsorten Super E10, Super Plus und Super (E5) direkt oder als Ethyl-tertiär-butylether (ETBE) beigemischt wird, nahm ebenfalls zu und erreichte ein Niveau von über 1,3 Millionen Tonnen (2024: 1,25 Millionen Tonnen). Für die Beimischung von ETBE zum Benzin wurden mehr als 84.000 Tonnen eingesetzt. Damit lag der Einsatz erneut unter dem Vorjahreswert (- 7 Prozent), ging jedoch weniger stark zurück als noch im Vorjahr (- 31,1 Prozent im Jahr 2024), und lag unter dem damaligen Niveau von über 90.000 Tonnen. Die Beimischungsquote von Bioethanol im Benzinmarkt erreichte im Jahr 2025 somit 6,9 Volumenprozent (2024: 6,7 Volumenprozent).

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Der Marktanteil der Benzinsorte Super E10 am Benzinabsatz stieg auch im Jahr 2025 weiter an und erhöhte sich von 27,5 Prozent im Jahr 2024 auf 28,6 Prozent. Die absolute Absatzmenge nahm dabei um 4,6 Prozent auf über 5,1 Millionen Tonnen zu. Der Marktanteil von Super (E5) ging – wie bereits im Vorjahr – leicht zurück und lag bei einem Absatz von gut 11,8 Millionen Tonnen etwas über 66 Prozent. Der Marktanteil von Super Plus, dem ebenfalls bis zu 5 Prozent Bioethanol beigemischt werden, stieg im Jahr 2025 ganz leicht auf über 0,9 Millionen Tonnen an und betrug damit 5,2 Prozent (2024: 5,1 Prozent).


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Ausblick 2026

Sowohl die starke inländische Bioethanolproduktion als auch der steigende Marktanteil von Super E10 verdeutlichen die stabile Marktlage und unterstreichen dessen zunehmenden hohen Stellenwert im Kraftstoffmarkt.

Vor dem Hintergrund der anstehenden Flexibilisierung der Schutzsortenregelung für Super (E5) in Deutschland ist perspektivisch von einer weiteren Stärkung der Marktposition des Super E10-Kraftstoffs auszugehen. Auch der jüngst beschlossene Anstieg der Treibhausgasminderungs-Quote (THG-Quote), die ab 2027 17,5 Prozent beträgt, dürfte zu einer weiteren Steigerung des Super E10-Marktanteils beitragen. Zusätzlich könnten die infolge des Iran-Krieges anhaltend hohen Kraftstoffpreise die Nachfrage nach Super E10 weiter begünstigen, da Super E10 seit Jahren einen bundesweiten Preisvorteil von rund 5 bis 6 Cent pro Liter gegenüber Super (E5) aufweist. Mittelfristige Perspektiven bietet auch die Normierung und Markteinführung von E20 in der EU. Die hierfür notwendige Regulierung soll noch in diesem Jahr diskutiert werden.

Super E10 ist in Europa weit verbreitet und bereits in 19 Mitgliedsstaaten der EU sowie in Lichtenstein, Norwegen und Großbritannien verfügbar. In elf dieser Länder erreichte Super E10 bereits im Jahr 2025 einen Marktanteil von über 85 Prozent. In Italien soll Super E10 noch in diesem Jahr flächendeckend verfügbar sein.
 

Hinweis: Abweichungen gegenüber den Marktdaten der Vorjahre sind auf regelmäßige unterjährigeKorrekturen der amtlichen Mineralölstatistik des BAFA zurückzuführen.

 

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