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Bundesverband der deutschen Bioethanolwirtschaft e.V.
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iLUC

Theorie: Indirekte Landnutzungsänderungen

Kurz gefasst:

  • Die Forschung zu indirekten Landnutzungsänderungen (engl. = indirect Land Use Change; kurz iLUC) ist noch eine junge Fachdisziplin. Die wissenschaftlichen Ergebnisse streuen erheblich, sind in Teilen überhöht und noch wenig belastbar.
  • Eine gesetzliche Regelung in Form eines iLUC-Wertes in der Treibhausgasbilanzierung bestraft Produzenten von nachhaltigen Biokraftstoffen, obwohl sie bspw. auf die Rodung von Regenwald in Brasilien und Südostasien keinen Einfluss haben.
  • Ein iLUC-Wert hat keine Schutzwirkung für den Regenwald. Ein iLUC-Wert verteilt lediglich die Konsequenzen von klimaschädlichen Landnutzungsänderungen.
  • Anreize zur Vermeidung von klimaschädlichen Landnutzungsänderungen in Risikoregionen können nicht in Deutschland oder Europa geschaffen werden. Der einzige Weg sind direkt wirkende Gesetze und staatliche Regelungen vor Ort.

iLUC

Das für die Produktion von Biokraftstoffen nicht nur direkt, sondern möglicherweise auch indirekt Ackerflächen erschlossen werden, wird in der Forschung unter „indirekte Landnutzungsänderungen“ thematisiert.
Die Theorie umschreibt einen möglichen Substitutionseffekt, demzufolge durch den Bedarf an Rohstoffen für die Biokraftstoffproduktion eine Verlagerung von Nahrungs- und Futtermittelproduktion auf bislang ungenutzte Flächen stattfindet.
Die indirekt entstandenen Treibhausgasemissionen wären dann der Biokraftstoffproduktion in Form eines Treibhausgasaufschlages (auch iLUC-Wert, -Malus oder -Faktor) anzurechnen. Diese Einbeziehung von iLUC-Werten in der Treibhausgasbilanzierung von Biokraftstoffen ist jedoch aus verschiedenen Gründen umstritten.

Forschung

Ausschlaggebend für die aktuelle iLUC-Forschung sind die Vorgaben der Richtlinie 2009/28/EG in der die Kommission verpflichtet wurde, die Auswirkungen indirekter Landnutzungsänderungen auf die Klimabilanz von Biokraftstoffen zu prüfen und eine konkrete Methodologie zur Berücksichtigung der zusätzlich entstandenen Emissionen vorzulegen.
Indirekte Landnutzungsänderungen können nicht in der Realität gemessen werden. Die Wissenschaft ist auf die Ermittlung mit agrarökonomischen Modellen angewiesen. Dafür werden beispielsweise bisherige Flächennutzung, Wirtschaftsbeziehungen sowie die Nachfrage nach Agrarprodukten abgebildet und auf die Zukunft projiziert.
Die hohe Anzahl notwendiger Annahmen in den Modellen und die zwischen den Studien abweichenden bzw. unsicheren Daten führten u.a. dazu, dass die Ergebnisse der Studien bezüglich der prognostizierten Landnutzungsänderungen und daraus resultierenden Treibhausgasemissionen erheblich streuen und noch wenig belastbar sind.
Die iLUC-Forschung ist eine junge Fachdisziplin. Sie geht maßgeblich auf die Arbeiten von Searchinger et al. 2008 zurück, in denen sehr hohe iLUC-Werte ermittelt wurden, während aktuelle Studien deutlich geringere Werte ausweisen.

Umgang mit iLUC

Neben von den Forschern in den Studien selbst genannten Unsicherheiten besteht ein grundsätzliches Problem im politischen Umgang mit den Forschungsergebnissen. Während die Autoren von iLUC-Studien mehrheitlich für eine substanzielle Weiterentwicklung ihrer Studien plädieren und die iLUC-Forschung keine belastbaren iLUC-Faktoren erlaubt, sind die bisherigen Ergebnisse als Argumente gegen die europäischen Biokraftstoffziele verwendet worden.

Warum ein iLUC-Wert nicht hilft?

Ein iLUC-Wert in der Treibhausgasbilanzierung von Biokraftstoffen wäre ohne jegliche Lenkungswirkung. Der iLUC-Wert wäre allen Biokraftstoffen anzurechnen und bestraft nicht diejenigen Produzenten, die klimaschädlich handeln. So würden bspw. die Landwirte, die nachhaltige Rohstoffe für Biokraftstoffe produzieren, für Verstöße in Drittstaaten (wie bspw. Regenwaldrodungen, Torftrockenlegungen) verantwortlich gemacht, ohne für diese verantwortlich zu sein oder diese verhindern zu können.

Was tun?

Aus Sicht des BDBe sind direkt wirkende Gesetze und staatliche Regelungen vor Ort der effektivste Weg, um klimaschädliche Landnutzungsänderungen zu vermeiden. Eine sinnvolle politische Regelung durch die EU wären beispielsweise bilaterale Abkommen mit Staaten, die Biokraftstoffe produzieren. Diese Abkommen würden Nachhaltigkeitsvorschriften für Landnutzung umfassen und die Einfuhr von Biokraftstoffen nur bei Einhaltung dieser Vorschriften erlauben. Ziel einer iLUC-Regelung muss der Schutz der Natur sein und nicht die Bestrafung nachhaltiger Biokraftstoffproduktion.