Bundesverband der deutschen Bioethanolwirtschaft e.V.
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Flächen

Bioethanol wird in Deutschland aus Futtergetreide wie zum Beispiel Triticale, Futterroggen, -weizen, -gerste oder aus Industrierüben gewonnen. Das Futtergetreide unterscheidet sich preislich und qualitativ von Brotweizen, Brotroggen oder Braugerste und wird nicht zur Lebensmittelproduktion verwendet. Auch Industrierüben werden nicht zur Herstellung von Lebensmitteln, sondern als Energiepflanzen oder zur stofflichen Nutzung in der chemischen Industrie eingesetzt.


Die zur Herstellung von Bioethanol genutzten Ackerpflanzen werden als „Hochertragsfrüchte‘“ bezeichnet, weil sie im Vergleich zu ölhaltigen Pflanzen hohe Erträge pro Hektar liefern. Aus einem Hektar mit Futterweizen können rund 2,2 Tonnen Bioethanol und aus einem Hektar mit Industrierüben sogar 5,2 Tonnen Bioethanol gewonnen werden, wobei die Fruchtfolge von den Landwirten beachtet werden muss und es nicht zu Monokulturen kommt.


Die deutsche Bioethanolwirtschaft setzt heimische Rohstoffe ein. Wie bei allen landwirtschaftlichen Erzeugnissen werden dafür Flächen benötigt. In Deutschland stehen insgesamt 11,9 Mio. Hektar Ackerland zur Verfügung – davon wurden im Jahr 2013 nur 2,1% für den Anbau von Energiepflanzen für Bioethanol und dessen gesamte Palette an Co-Produkten genutzt. In den kommenden Jahren werden nach Einschätzungen der EU-Kommission durch Ertragssteigerungen in der Landwirtschaft und als Folge von Marktreformen bis zu 20 Mio. Hektar zusätzliche Ackerfläche in Europa frei – ein Potenzial, das für den Anbau von Energiepflanzen bereit steht und nicht für die vorrangige Nahrungsmittelproduktion reserviert werden muss.

 

Damit stellt die Bioethanolproduktion keine Konkurrenz zu Lebensmitteln dar. Darüber hinaus entsteht bei der Herstellung eine Vielzahl an wertvollen Co-Produkten:

  • ca. 1,2 kg proteinhaltige Futtermittel entstehen pro Liter Bioethanol. Sie ersetzen Sojaimporte aus Übersee.
  • Gluten, Weizenkleie, Hefe und biogene Kohlensäure für die Lebensmittel- und Getränkeindustrie
  • Biogas (aufbereitet zu Biomethan) und Biodünger

Die Herstellung von Bioethanol geht nicht zu Lasten der Welternährung, denn Hunger ist vor allem ein Armutsproblem und Folge ungleicher Verteilung. Hunger und Unterernährung bedeuten nicht, dass grundsätzlich zu wenig Nahrungsmittel produziert würden, um die derzeitige Weltbevölkerung von 7,2 Milliarden Menschen zu ernähren.

Erhebung der Fachagentur Nachwachsende Rohstoffe (FNR) über Flächen (in Hektar) für Industrie- und Energiepflanzen 2005 bis 2017:

FNR_2018-25_Anbauzahlen_Grafik.jpg

Kurz gefasst:
Deutsches Bioethanol wird aus heimischen Rohstoffen hergestellt

  • wird nicht aus Nahrungsmitteln hergestellt, sondern nur aus Getreide mit maximal Futtermittelqualität und aus Industrierüben
  • hat eine Vielzahl von Co-Produkten, die zurück in den Nahrungsmittelkreislauf gelangen oder als Energie genutzt werden