<p>Marktdaten</p><p>und Nachrichten über den E10-Verbrauch, Bioethanolverbrauch, Bioethanolverwendung, Rohstoffeinsatz und Bioethanolproduktion bzw. der Produktion von Biokraftstoff, auch Biosprit E10 genannt Bioethanol Marktdaten bioethanol marktdaten</p><p>Bioethanol Marktdaten: Bioethanolverbrauch, Bioethanolverwendung, Bioethanol-Rohstoffeinsatz, Bioethanolproduktion, Biosprit E10,</p><p> </p><p> </p><p>Der Bundesverband der deutschen Bioethanolwirtschaft (BDB<sup>e</sup>) konnte im Jahr 2016 die positive Nachricht verbreiten</p>

Bundesverband der deutschen Bioethanolwirtschaft e.V.
Marktdaten Deutschland

Überblick

Der Bundesverband der deutschen Bioethanolwirtschaft (BDBe) zieht eine positive Bilanz für das Jahr 2021. Im zurückliegenden Jahr nahm der Absatz von Bioethanol zur Beimischung in Benzin in Deutschland im Vergleich zum Vorjahr deutlich um 4,5 Prozent auf 1,15 Millionen Tonnen zu. In einem sich leicht belebenden Kraftstoffmarkt, in dem die verkaufte Menge Benzin nur leicht um 1,6 Prozent auf 16,5 Millionen Tonnen gestiegen ist, erhöhte sich im zurückliegenden Jahr die Beimischung von Bioethanol zu den Benzinsorten Super E10, Super Plus und Super (E5) von 6,4 Vol.-Prozent im Jahr 2020 auf 6,6 Vol.-Prozent. Insbesondere der Absatz der Benzinsorte Super E10 hat sich positiv entwickelt: Der Marktanteil von Super E10 stieg von 14,0 Prozent im Jahr 2020 deutlich auf über 17 Prozent im Jahr 2021. Leicht ausgeweitet hat sich im vergangenen Jahr auch die heimische Bioethanolherstellung.


Bioethanolproduktion 2021

Die Bioethanolanlagen in Brandenburg, Mecklenburg-Vorpommern, Sachsen-Anhalt und Bayern steigerten die Herstellung von Bioethanol das zweite Jahr in Folge. Im vergangenen Jahr wurden über 700.000 Tonnen Bioethanol erzeugt. Gegenüber dem Jahr 2020 ist dies ein Anstieg von 0,6 Prozent.

Dabei stammten knapp 580.000 Tonnen (83 Prozent) der Produktion aus Futtergetreide und etwa 121.000 Tonnen (17 Prozent) aus Zuckerrübenstoffen. Hinzu kommt ein niedriger, von der Bundesanstalt für Ernährung und Landwirtschaft (BLE) erneut nicht genau quantifizierter Anteil von Bioethanol, der aus Rest- und Abfallstoffen produziert wurde.
 

Bioethanolproduktion-nach-Rohstoffen.png


Die Bioethanolmenge von 121.000 Tonnen aus Zuckerrübenstoffen bzw. Melasse (+12,4 Prozent gegenüber 2020) entspricht einem Rohstoffeinsatz von 1,3 Millionen Tonnen Zuckerrüben. Damit wurden im vergangenen Jahr rund 150.000 Tonnen Zuckerrüben mehr zu Bioethanol verarbeitet als noch im Jahr 2020. Die verarbeitete Menge entspricht 4,0 Prozent der deutschen Rübenernte.

Aus Futtergetreide wurden im vergangenen Jahr knapp 580.000 Tonnen Bioethanol hergestellt (-1,6 Prozent gegenüber 2020). Hierfür wurden rund 2,4 Millionen Tonnen Futtergetreide als Rohstoff eingesetzt. Dies entspricht 5,6 Prozent der deutschen Getreideernte von fast 42,4 Millionen Tonnen im Jahr 2021.

Zusätzlich zu Bioethanol lieferten die übrigen pflanzlichen Bestandteile der verarbeiteten Rohstoffe Proteine, Ballaststoffe, Mineralien und Vitamine, die zu hochwertigen Koppelprodukten verarbeitet wurden: Proteinfuttermittel und weitere Erzeugnisse für die Lebens- und Futtermittelindustrie, Gluten für Aquakultur sowie biogene Kohlensäure für Getränke, organischen Dünger und Biogas.

Die im Jahr 2021 von Produzenten, Händlern, Einführern abgegebene Menge Bioethanol sank leicht um 1,1 Prozent auf rund 785.000 Tonnen im Vergleich zu 2020 (795.000 Tonnen). Die Abgabe von Bioethanol für Kraftstoffzwecke verringerte sich nur leicht um 0,2 Prozent. Auch die abgegebene Menge Bioethanol mit Bestimmung für Nahrungsmittel- und Getränkeindustrie (-3,7 Prozent) sowie für die chemische und pharmazeutische Industrie (-3,0 Prozent) nahm im Vergleich zum Jahr 2020 ab.
 

Bioethanol-Bestimmung.png


Bioethanolverbrauch 2021 im Kraftstoffmarkt

In einem 2021 sich wieder leicht belebenden Ottokraftstoffmarkt, in dem mit 16,5 Millionen Tonnen 1,6 Prozent mehr Benzin abgesetzt wurden als im Vorjahr (2020: knapp 16,3 Millionen Tonnen), erhöhte sich der Verbrauch von Bioethanol, das den Benzinsorten Super E10, Super Plus und Super (E5) beigemischt bzw. zur Herstellung von Ethyl-tertiär-butylether (ETBE) verwendet wurde, deutlich um 4,5 Prozent auf knapp 1,15 Millionen Tonnen (2020: 1,10 Millionen Tonnen). Zur ETBE-Erzeugung wurden über 157.000 Tonnen Bioethanol und damit 25 Prozent mehr als im Jahr 2020 (126.000 Tonnen) eingesetzt. Der Bioethanolanteil im Benzinmarkt stieg auf 6,6 Vol.-Prozent (2020: 6,4 Vol.-Prozent).
 

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Beimischung-von-Bioethanol-zu-Benzinkraftstoffen.png


Auch der Marktanteil der Benzinsorte Super E10 am Benzinabsatz erhöhte sich weiter auf 17,1 Prozent (2020: 13,9 Prozent). Die absolute Absatzmenge betrug hier 2,8 Millionen Tonnen. Im Vorjahr waren es 2,3 Millionen Tonnen. Super (E5) erreichte mit 12,8 Millionen Tonnen in 2021 einen Marktanteil von 77,3 Prozent. Im Vorjahr entsprachen die abgesetzten 13,1 Millionen Tonnen Super (E5) einem Marktanteil von 80,7 Prozent. Der Marktanteil von Super Plus, dem ebenfalls bis zu 5 Prozent Bioethanol beigemischt wird, lag 2021 mit 5,6 Prozent leicht über dem Vorjahresniveau (2020: 5,4 Prozent). Mit fast 927.000 Tonnen wurde im Vergleich zum Vorjahr 5,6 Prozent mehr Super Plus getankt (2020: 878.000 Tonnen).
 

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Ausblick 2022

Der Aufwärtstrend beim Absatz von Super E10, der seit einigen Jahren zu beobachten ist, hält an. Im Laufe des Jahres 2021 hat sich diese Entwicklung nicht zuletzt aufgrund allgemein steigender Kraftstoffpreise noch einmal bestätigt. Im Dezember 2021 lag der Marktanteil von Super E10 bei über 20 Prozent. Der Preisabstand zwischen Super E10 und Super (E5) an der Tankstelle hat sich seit Anfang 2021 bundesweit auf 5 bis 6 Cent/ Liter eingependelt. Super E10 ist mittlerweile in 15 Mitgliedsstaaten der EU verfügbar, auch in Großbritannien hat im Herbst 2021 die Markteinführung begonnen.

Zu Jahresbeginn 2022 wurde die Treibhausgasminderungs-Quote von 6,0 auf 7,0 Prozent angehoben. Im Jahr 2023 soll sie auf 8,0 Prozent und dann bis zum Jahr 2030 stufenweise auf 25 Prozent steigen. In der Folge sollte der Anteil nachhaltiger Biokraftstoffe im Verkehr grundsätzlich weiter ansteigen. Wie sich die Lage auf den weltweiten Agrarmärkten aufgrund des aktuellen Ukraine-Konflikts sowie die Preise für Mineralöl und Erdgas entwickeln und welche Auswirkungen dies auf die heimische Bioethanolproduktion und den Kraftstoffabsatz hat, ist derzeit unklar.


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