<p>Energien-Richtlinie, dem Bioethanolboom, Bioethanol in der EU der Europäischen Union. Nachrichten zu fossilen Treibstoffen, Biokraftstoffen und E10 und tanken. Bioethanol ist global der am weitesten verbreitete Biokraftstoff.</p>

Bundesverband der deutschen Bioethanolwirtschaft e.V.
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Biokraftstoff-Regelungen in Europa

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vol = Abkürzung für volumetrisch
cal = Abkürzung für (Gramm)kalorie, d.h. energetisch
THG = Abkürzung für Treibhausgas
THG-Minderungsquote für in Verkehr gebrachte Kraftstoffe gilt in 7 EU-Mitgliedstaaten: Deutschland, Malta, Rumänien, Schweden, Slowakische Republik, Slowenien, Tschechische Republik. In den übrigen gelten verschiedene Regelungen zur Beimischung von Biokraftstoffen etc.

Quellen:
USDA Foreign Agricultural Service, GAIN Report GM18024, 19.06.2018

Overview of biofuel policies and markets across the EU-28, ePURE European Renewable Ethanol, September 2018

Norwegian National Transport Plan 2018-2029, English Summary, 2016

Schweizerisches Bundesamt für Umwelt: Kompensation von CO2-Emissionen: Treibstoffe


Bioethanol weltweit

Bioethanol ist global der am weitesten verbreitete Biokraftstoff. Seit einigen Jahren wird auch in der Europäischen Union durch die Erneuerbare-Energien-Richtlinie der Ersatz von fossilen Treibstoffen durch Biokraftstoffe aus Klimaschutzgründen gestärkt.

In der Europäischen Union ist Frankreich der größte Hersteller von Bioethanol für Kraftstoff und industrielle Anwendungen. Deutschland steht in diesem Segment an zweiter, Ungarn an dritter und Belgien an vierter Stelle.

Im Jahr 2015 stellten die EU-Mitgliedstaaten insgesamt rund 4,2 Mio. Tonnen Bioethanol für diese Anwendungen im Non-Food-Bereich her.

Frankreich: Die französische Bioethanolwirtschaft verfügt über eine jährliche Produktionskapazität von rund 1,8 Mio. Tonnen Bioethanol. Im Jahr 2015 produzierte das Land rund 770.000 Tonnen (Quelle: USDA Foreign Agricultural Service - GAIN Report: EU Biofuels Annual 2016) und liegt damit vor Deutschland, das im selben Jahr rund 740.000 Tonnen verzeichnete. In Frankreich wird bereits seit April 2009 die Kraftstoffsorte SP95-E10 mit bis zu 10 Prozent Anteil Bioethanol angeboten.

Spanien: Mit Kapazitäten für die Produktion von rund 490.000 Tonnen Bioethanol liegt das Land im europäischen Vergleich im Mittelfeld. Im Jahr 2015 wurden in Spanien rund 390.000 Tonnen Bioethanol für die oben genannten Anwendungen produziert (Quelle: USDA - GAIN Report).

Die USA sind der größte Produzent von Bioethanol und Weltmarktführer bei der Produktion von Bioethanol aus Mais. Bereits seit den 1970er Jahren fördern die USA die heimische Biokraftstoffproduktion um Schadstoffemissionen von benzinbetriebenen Verbrennungsmotoren und die Abhängigkeit von Ölimporten zu verringern. Für das Jahr 2017 gibt die Renewable Fuels Association (RFA) eine Gesamtkapazität von 48 Mio. Tonnen der mehr als 200 Anlagen in den USA an. Im Jahr 2015 wurden rund 44,2 Mio. Tonnen Bioethanol hergestellt.

Brasilien führte in Folge der Ölpreisschocks bereits in den 1970er Jahren Bioethanol als Mineralölsubstitut ein. Das staatliche Förderungsprogramm „Proalcool“ verfolgte das Ziel, das Land sowohl unabhängig von Erdölimporten zu machen, als auch die heimische Wirtschaft zu stärken. Neben den USA ist Brasilien der bedeutendste Produzent von Bioethanol - jedoch aus Zuckerrohr und nicht aus Mais - und größter Exporteur mit einem globalen Marktanteil von rund 60 Prozent. 1977 wurde in Brasilien eine Beimischungsquote von 4,5 Prozent eingeführt. Landesweit ist Bioethanol ein etablierter Reinkraftstoff (E100) und in Form einer Beimischungsquote von 20 – 25 Prozent integraler Bestandteil des Treibstoffmixes. Besonderheit in Brasilien sind die flexiblen Beimischungsquoten. Die Regierung behält es sich vor, die Höhe der Beimischung den aktuellen Ernteergebnissen anzupassen, um so Preisschwankungen zu verhindern. Neben der Beimischung ist an rund 32.000 Tankstellen der Reinkraftstoff E100 verfügbar. Als Folge der staatlichen Förderung bieten seit 2003 fast alle auf dem brasilianischen Markt vertretenen internationalen Automobilhersteller sogenannte Kraftstoff-flexible Fahrzeuge (Flexible Fuel Vehicle = FFV) an. Bereits im Jahr 2009 erreichten die FFVs einen Anteil von 90 Prozent unter den Neuwagen.