Bundesverband der deutschen Bioethanolwirtschaft e.V.
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Ökonomie

Volkswirtschaftliche Effekte

Von 2002 bis 2012 verschwanden in der Europäischen Union 4,8 Mio. Vollzeitarbeitsplätze in der Landwirtschaft. Die europäische Bioethanolwirtschaft hat inzwischen 50.000 direkte und indirekte Arbeitsplätze, vor allem im ländlichen Raum, geschaffen (Quelle: ePURE European Renewable Ethanol).

Die Bioethanolproduktion in Deutschland sichert Arbeitsplätze im ländlichen Raum und fördert Investitionen in strukturschwache Regionen. In "Beschäftigung durch erneuerbare Energien in Deutschland" (Stand Mai 2014) berichtet das Bundesministerium für Wirtschaft und Energie: „Die Bioethanolproduktion 2013 lag mit 672.028 t knapp 10 % über dem Wert des Vorjahres, gleichzeitig blieb die Anbaufläche für Pflanzen, die zur Bioethanolproduktion eingesetzt werden, mit 200.000 ha auf dem Niveau des Vorjahres. Die Beschäftigung lag mit 5.550 Personen knapp 5 % über dem Wert von 2012. Insgesamt lag die Beschäftigung, die der Bereitstellung von Biokraftstoffen (d.h. Bioethanol und Biodiesel) in Deutschland für 2013 zugeordnet werden konnte, bei 25.600 Personen“.
Im Jahr 2016 wurden laut Forschungsbericht "Ökonomische Indikatoren des Energiesystems" (Deutsches Zentrum für Luft- und Raumfahrt - DLR, Deutsches Institut für Wirtschaftsforschung - DIW, Gesellschaft für Wirtschaftliche Strukturforschung - GSW im Auftrag des Bundesministeriums für Wirtschaft und Energie) insgesamt 23.900 Beschäftigte im Technologiebereich Biokraftstoffe gezählt.

Die Volkswirtschaft profitiert in mehrfacher Weise: An erster Stelle sind die Einnahmen zu nennen, die sich aus Steuern, Abgaben und Gewinnanteilen ergeben. Die Sozialversicherungsträger können ebenfalls zusätzliche Einnahmen verzeichnen. Dank der volkswirtschaftlichen Wirkungsketten und der steuerrechtlichen Gegebenheiten übersteigt der Nutzen für die öffentlichen Haushalte laut Gutachten des ifo-Institut in Deutschland sogar den ursprünglichen Produktionswert für Bioethanol.

Effektiver Klimaschutz
Im Wesentlichen ergeben sich zwei Möglichkeiten, den CO2-Ausstoß im Straßenverkehr zu reduzieren:
Zum einen konstruktive Maßnahmen am Fahrzeug, zum Beispiel durch eine verbesserte Motoreffizienz und einen geringeren Rollwiderstand, oder die Verwendung von Bioethanol als Kraftstoff. Beide Ansätze widersprechen sich nicht, idealerweise ergänzen sie sich. Ein Unterschied liegt jedoch im Preis: Um eine Tonne CO2 zu vermeiden, muss man Fahrzeuge kostenaufwendig technisch verändern – oder man kann bei Nutzung der bestehenden Infrastruktur kostengünstig Bioethanol tanken.

Energieeffiziente Produktion in Deutschland
Bioethanol leistet einen Beitrag für den Klimaschutz, weil es fossiles Benzin ersetzt. Darüber hinaus muss für seine Produktion ein deutlich geringerer Anteil von fossiler Energie aufgewendet werden als bei Ottokraftstoff. Die Energie- und Kosteneinsparung liegt je nach Herstellungspfad zwischen 60 und 90 Prozent. Fast der gesamte Energiebedarf entfällt auf die Produktion der Biomasse. Die Bioethanolgewinnung aus Futtergetreide und Industriezucker ist in den deutschen Anlagen äußerst effizient und nicht einmal halb so hoch wie bei der Herstellung von Bioethanol aus Zuckerrohr.

Chancen für ländlichen Raum in Entwicklungsländern
Der Anbau von Energiepflanzen und die Bioethanolproduktion schaffen darüber hinaus in Entwicklungsländern wirtschaftliche Perspektiven– die richtigen Rahmenbedingungen vorausgesetzt. Die Nutzung des brach liegenden landwirtschaftlichen Potenzials kann laut der UN-Welternährungsorganisation FAO dringend notwendige Investitionen in die ländliche Entwicklung anziehen. Die auf diese Weise gesteigerte Produktivität des Agrarsektors trägt wiederum zur Nahrungsmittelsicherheit und Armutsbekämpfung bei.

Anzahl der Jobs weltweit ansteigend
Laut Erhebung von IRENA (International Renewable Energy Agency) beschäftigte der Sektor erneuerbare Energien 10,3 Mio. Menschen im Jahr 2017. Davon arbeiteten 1,93 Mio. im Bereich Biokraftstoffe (Bioethanol, Biodiesel, Pflanzenöl, Biomethan), 12 Prozent mehr als im Jahr 2016.
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Bestandteil der Bioökonomie
Einen wesentlichen Beitrag zur Reduzierung von Treibhausgasen kann die Bioökonomie leisten, weil sie Ökonomie und Ökologie auf intelligente Weise verknüpft und damit ein biobasiertes und nachhaltiges Wirtschaftswachstum ermöglicht. Die Bioökonomie nimmt einen herausragenden Platz in einer zukunftsorientierten Nachhaltigkeitspolitik ein. Mit der konsequenten, ressourceneffizienten und nachhaltigen Nutzung nachwachsender Rohstoffe gibt es für die Wirtschaft eine vielfältig einsetzbare Alternative zu fossilen Rohstoffen.
Bio-Rohstoffe dienen seit jeher der Ernährung und wurden schon immer als Baustoff, im Handwerk, in der Genussmittelherstellung oder in der Medizin eingesetzt. Zunehmend kommen sie aber auch in der Industrie zum Einsatz und werden energetisch verwendet. Viele Produkte des Alltags, von der Plastikflasche und -tüte bis zu Autoteilen, werden mittlerweile aus nachwachsenden Rohstoffen hergestellt.

Fortschrittsbericht zur Nationalen Politikstrategie Bioökonomie, Stand 2. August 2016, Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft