Produktion
Nach starken Zuwächsen in den Jahren 2007 bis 2009 stieg die Produktion auch im Jahr 2010 weiter an: 604.000 Tonnen wurden im Jahr 2010 produziert, 10.000 Tonnen mehr als im Vorjahr. Dabei blieb die Verteilung der eingesetzten nachwachsenden Rohstoffe nahezu unverändert mit zwei Dritteln Futtergetreide und einem Drittel Industriezucker.
Die Produktionskapazität stieg auf eine Million Tonnen
Nach der Fertigstellung einer neuen Bioethanolanlage in Premnitz (Brandenburg) Ende 2010 betrug die Jahreskapazität aller im Verlauf der vergangenen sechs Jahre in Betrieb genommenen Anlagen der deutschen Bioethanolhersteller nun 1 Mio. Tonnen (2009: 0,9 Mio. Tonnen). Die Produktionskapazitäten aller Anlagen wurden somit in 2010 im Durchschnitt zu knapp 60 Prozent ausgeschöpft. Die Differenz zwischen Verbrauch und Produktion wurde in 2010 durch Importe aus EU-Staaten wie Frankreich, Spanien und den Niederlanden ausgeglichen.
Rohstoffeinsatz in 2010 nahezu unverändert
Die Verteilung der Rohstoffe für die Bioethanolproduktion blieb 2010 stabil: Ein Drittel der Produktion entfiel auf Rübenstoffe, zwei Drittel des deutschen Bioethanols wurden aus Futtergetreide-Sorten gewonnen (Weizen, Gerste, Triticale u.a.). Insgesamt wurden 2010 in den deutschen Bioethanolanlagen 648.367 Tonnen Rübenstoffe und 1,36 Mio. Tonnen Futtergetreide verarbeitet. Andere Rohstoffe wie Rückstände aus der Lebensmittelindustrie hatten mit einem Anteil von weniger als einem Prozent geringe Bedeutung.
Entwicklung der deutschen Bioethanol-Produktion 2007–2010
Entwicklung der Bioethanol-Verwendung in Deutschland 2007–2010
Quelle: BDBe
Verbrauch
Der Verbrauch von Bioethanol ist in 2010 wie in den Jahren zuvor deutlich gestiegen: Nahezu 1,2 Mio. Tonnen wurden insgesamt für Beimischungen zu Benzin verwendet, eine Steigerung gegenüber dem Vorjahr um 256.000 Tonnen oder 28 Prozent.
Bioethanol machte im Jahr 2010 knapp sechs Prozent (volumetrisch) des gesamten Benzinverbrauchs aus – um 1,4 Prozentpunkte mehr als im Jahr zuvor. 1,16 Mio. Tonnen Bioethanol wurden in Deutschland getankt, 28 Prozent mehr als 2009. Dieser Verbrauchsanstieg war wie im Vorjahr auf Direktbeimischung zurückzuführen: 2010 wurden mit 1,02 Mio. Tonnen knapp 50 Prozent mehr Bioethanol direkt zu Benzin beigemischt als 2009. Um 40 Prozent rückläufig war der Verbrauch des Benzinadditivs ETBE. 88 Prozent des Bioethanols wurde für die maximal fünfprozentige direkte Beimischung für E5 verwendet, 11 Prozent für die Herstellung von ETBE und ein Prozent für die Kraftstoffsorte E85.
| 2007 | 2008 | 2009 | 2010 | Veränderung Vorjahr | |
Ottokraftstoffe gesamt | 21.292 | 20.561 | 20.232 | 19.633 | |
..davon: Bioethanol zur Beimischung (E5) | 88 | 251 | 693 | 1.023 | + 50% |
| Anteil am gesamten Bioethanolverbrauch | 19,1% | 40,1% | 76,8% | 88,3% | |
davon: Bioethanol für ETBE | 366 | 367 | 202 | 125 | -40% |
| Anteil am gesamten Bioethanolverbrauch | 79,6% | 58,6% | 22,4% | 10,8% | |
Bioethanol Reinkraftstoff (E85) | 6 | 8 | 9 | 13 | +45% |
| Anteil am gesamten Bioethanolverbrauch | 1,3% | 1,3% | 1% | 1,1% | |
Bioethanolverbrauch gesamt* | 460 | 625 | 902 | 1.158 | +28% |