Straubing * (schu) * Vom 18. bis 29. Juli führte C.A.R.M.E.N., die bayerische Koordinierungseinrichtung für Nachwachsende Rohstoffe, im Namen des Bio-Ethanol-Netzwerkes Bayern eine besondere Tankaktion durch. An den vier Tankstellen in Straubing, Wörth a. d. Isar, Deggendorf und Schwandorf konnten die
Kunden je acht Liter Bio-Ethanol (E85) für nur fünf Euro erwerben. Gesponsert wurde die Aktion vom Straubinger Mineralölhändler Diermeier, einem der Mitglieder des bayerischen Bio-Ethanol-Netzwerkes.
Das Netzwerk hat sich mit der Kampagne zum Ziel gesetzt, Verbraucher direkt bei der Tankentscheidung über den nachwachsenden Kraftstoff zu informieren. Der aus heimischen Rohstoffen gewonnene Sprit vom Acker weist neben einem Preisvorteil von gut 25 Prozent und der Einsparung fossiler Ressourcen eine erhöhten Motorleistungsfähigkeit sowie reduzierte Schadstoffemissionen auf.
Insgesamt konnte die kleine Veranstaltungsreihe auf eine gute Resonanz zurückblicken. Neben den Bürgermeistern fanden sich auch Autohändler mit ihren Ethanol-tauglichen Fahrzeugen, wie Ford, Renault, Saab und Volvo an den Tankstellen ein. Weiter standen Firmen mit Umrüstsätzen für Benzinfahrzeuge den Besuchern Rede und Antwort.
Das günstige Tankangebot nutzen gut 80 Kunden, die den Bio-Ethanol entweder dem Tankinhalt ihres herkömmlichen Benzinfahrzeugs beimischten oder als Kanisterabfüllung für den Betrieb vom Kleinmotoren wie Rasenmäher oder Moped mit nach Hause nahmen.
Neben bereits als Ethanol-Nutzer bekannten Kunden konnten auch gut 20 neue Interessenten begrüßt werden. Es war festzustellen, dass der Bekanntheitsgrad von Bio-Ethanol zunimmt, jedoch auch viele Falschinformationen kursieren. Autohäuser können vor allem in der Region von Tankstellen FFV gut verkaufen, soweit Sie diese auch bewerben. So hat sich im Jahr 2008 der Absatz von FFV-Fahrzeugen deutlich erhöht und damit auch die Anzahl der FFV-Tankkunden. Viele
nutzen Bio-Ethanol in vorhandenen Fahrzeugen als Beimischung zu Benzin und senken damit die Spritkosten. Einige verwenden den Kraftstoff auch, um damit Rasenmäher, Kleinmotore und Go-Karts zu betreiben und justieren hierfür die Gemischbildung neu. Eine Koordinierung und eine Beratung, wie Sie durch das Bio-Ethanol-Netzwerk Bayern erfolgt, ist also ein wichtiges Standbein bei der Markteinführung. Die Teller-Tank Diskussion vor einigen Monaten hat viele Interessenten verunsichert, sie wird aber zunehmend von den immer höheren Preisen für Benzin eingeholt. Der Umstieg zu alternativen Kraftstoffen ist vor allem wirtschaftlich motiviert.
Das Bio-Ethanol-Netzwerk Bayern
Als Drehscheibe in Sachen Nachwachsende Rohstoffe hat sich C.A.R.M.E.N. zum Ziel gesetzt, die bayerischen Aktivitäten rund um den Kraftstoff Ethanol in einem "Bio-Ethanol-Netzwerk Bayern" zu koordinieren. Mit diesem Netzwerk soll die Markteinführung von Ethanol als Kraftstoff beschleunigt, sowie der Aufbau einer Infrastruktur und eines Fahrzeugpools für Bio-Ethanol unterstützt werden. Diese bayernweite Koordinierung trägt dazu bei, die
Aktivitäten der verschiedenen Initiativen, der Tankstellen, Fahrzeughändler und Umrüster zu vernetzen.
Informationen: C.A.R.M.E.N. e.V., Hubert Maierhofer, Schulgasse 18, 94315 Straubing, Tel.: 09421-960-300, E-Mail: hm@carmen-ev.de (www.carmen-ev.de).