Weltweit bleiben Weizen, Mais und Gerste knapp. Nach den letzten
Schätzungen bleibt die Produktion von Weizen mit geschätzten 600 Millionen
Tonnen hinter dem Verbrauch in Höhe von 616 Millionen Tonnen zurück. Das
führt zu einem Abbau der Weizenbestände auf 107 Millionen Tonnen, den
niedrigsten Beständen seit 1975/1976, teilte der Deutsche Bauernverband
(DBV) mit. Witterungsbedingt rückläufige Erträge hätten das Angebot
geschmälert bei gleichzeitig ansteigender Nachfrage nach Getreide als
Lebens- und Futtermittel. Das hat die Weltmarktnotierungen stabilisiert,
erklärte der DBV.
Insgesamt stehen dem Verbrauch in Europa aber ausreichende Getreidemengen
gegenüber: die Europäische Kommission schätzt den Verbrauch von Weizen auf
113,7 Millionen Tonnen, verfügbar sind etwa 140 Millionen Tonnen. Der
Vorwurf, dass Bioethanol zu einer Verknappung der Getreidemenge führt, ist
nach Ansicht des DBV nicht gerechtfertigt. Der Verbrauch an Getreide zur
Produktion von Bioethanol liegt mit 2 Millionen Tonnen bei 1,7 Prozent der
erzeugten Weizenmenge und wird sich voraussichtlich im kommenden Jahr nicht
nennenswert ändern. Zudem ist das Verbrennen von Getreide bis auf einzelne
Ausnahmen weiterhin untersagt. Verantwortlich für die höheren
Getreidepreise ist die derzeitige globale Entwicklung auf den Weltmärkten
und keineswegs der nur minimale Getreideeinsatz für die
Bioenergieerzeugung, stellte der DBV fest.
Der Boom auf den internationalen Agrarmärkten zeigt aber auch Wirkung auf
den Märkten für Produktionsmittel: Erwartungsgemäß hat die weltweit
steigende Nachfrage nach Agrarrohstoffen auch die Preise für die
Betriebsmittel steigen lassen. Die Preise für Dünge- und
Pflanzenschutzmittel bewegen sich zwischen 10 und 50 Prozent über dem
Vorjahresmonat, erklärte der DBV. Da gleichzeitig auch durch den Wegfall
der Flächenstilllegung auf mehr Flächen Getreide wächst, liegt die
Nachfrage bei Düngemitteln 10 Prozent über dem Vorjahresniveau.