(BDBe) Der Bundesverband der deutschen Bioethanolwirtschaft (BDBe) weist die negative Beurteilung von Biokraftstoffen in dem Gutachten „Zukunftsfähige Bioenergie und nachhaltige Landnutzung“ des Wissenschaftlichen Beirats Globale Umweltveränderungen der Bundesregierung vom 3. Dezember 2008 entschieden zurück. Das Gutachten ignoriere die hohen EU-Umweltstandards und laste der heimischen Bioethanolerzeugung ökologisch problematische Praktiken wie die Regenwaldabholzung in Brasilien an, kritisierte BDBe-Geschäftsführer Dietrich Klein in Berlin.
Der BDBe bedauert, dass sich der Wissenschaftliche Beirat für sein Gutachten auf Aussagen von Uwe Fritsche vom Freiburger Ökoinstitut stützt. Fritsche wird in Fachkreisen für seine Methoden bei der Klimagasbewertung von Biokraftstoffen kritisiert. Er vertritt u.a. die Auffassung, dass durch indirekte Landnutzungsänderungen wie die landwirtschaftliche Nutzung von Regenwaldflächen bewirkte Klimaemissionen nicht den Verursachern anzulasten, sondern global auf Biokraftstoffe unabhängig von ihrer Herkunft zu verteilen seien.
BDBe-Geschäftsführer Klein erklärte, wer Umweltschäden globalisiere und nicht den Verursachern anrechne, handle unverantwortlich: „Es ist nicht in Ordnung, die europäische Landwirtschaft für die Abholzung des Regenwaldes in Brasilien verantwortlich zu machen“. Er forderte, die strengen EU-Umweltstandards bei der Klimagasbewertung von Biokraftstoffen zu berücksichtigen und zumindest gleichwertig auf Biokraftstoffimporte aus Drittländern anzuwenden. Die EU-Umweltstandards schließen ökologisch problematische Praktiken in der Rohstofferzeugung aus.
Der entscheidende Vorteil der europäischen Bioethanolproduktion aus Zuckerrüben und Getreide – die Erzeugung hochwertiger Futtermittel als Nebenprodukte der Kraftstoffproduktion – werde in dem Gutachten vernachlässigt. Durch die Nebenprodukte der EU-Bioethanolproduktion würden im Ergebnis die EU-Futtermittelimporte gesenkt und so in Drittstaaten Anbauflächen für Futtermittel freigesetzt.
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