(BDBe) Die EU-Kommission hat neue Standardwerte für die durch Biokraftstoffe bewirkten Senkungen der Klimagasemissionen vorgelegt. Danach ergibt sich eine deutlich bessere Klimagasbewertung von europäischem Bioethanol.
Die EU-Kommission hat für die Beratungen über die Richtlinie Erneuerbare Energien die Klimagasbewertung von Biokraftstoffen erheblich überarbeitet. Legt man diese Neubewertung zu Grunde, ergeben sich wesentlich höhere Klimagas-einsparungen durch europäisches Bioethanol als bisher. Bei vergleichbaren Erzeugungspfaden sind die Unterschiede zu beispielsweise brasilianischem Bioethanol nur noch gering. Europäisches Bioethanol aus Weizen bewirkt 69 Prozent, brasilianisches Bioethanol aus Zuckerrohr 71 Prozent Einsparung.
Der Bundesverband der deutschen Bioethanolwirtschaft (BDBe) bezeichnet die von ihm seit längerem geforderte neue Klimagasbewertung von Biokraftstoffen als einen Schritt in die richtige Richtung. Die sachgerechte Berücksichtigung von Kuppelprodukten der Bioethanolerzeugung wie Futtermitteln stehe jedoch noch aus.
BDBe -Geschäftsführer Dietrich Klein wies in Berlin darauf hin, dass bei europäischem Bioethanol die tatsächlichen Werte noch wesentlich besser seien, wenn die bei der Bioethanolherstellung erzeugten Futtermittel sachgerecht einbezogen würden, entsprechend neueren Veröffentlichungen wie des ifeu-Institutes für Energie- und Umweltforschung. Klein erklärte: „Futtermittel dürfen bei der Klimagasbewertung von Biokraftstoffen nicht auf Basis ihres theoretischen Heizwertes einbezogen werden. Entscheidend müssen die Klimagasemissionen sein, welche durch den Einsatz dieser Futtermittel vermieden werden.“
Er wies auch auf die effiziente Nutzung der Ackerflächen durch die integrierte Erzeugung von Bioethanol und Futtermitteln in Europa hin. Aus Zuckerrohr werde zwar die gleiche Menge Bioethanol ja Hektar wie aus Zuckerrüben gewonnen. Im Unterschied zu Zuckerrohr würden aber aus Zuckerrüben und Getreide als Nebenprodukte gleichzeitig große Mengen hochwertiger Proteinfuttermittel erzeugt. Klein bezeichnete es als problematisch, dass bei Zuckerrohr die Ackerfläche ausschließlich für die Kraftstofferzeugung genutzt und damit der Futtermittelerzeugung insgesamt entzogen werde.
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