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Ölwechsel. Biokraftstoffe und nachhaltige Mobiltät
von Uwe Lahl

Das Erdölzeitalter begann in der Lüneburger Heide. Im Mai 1859 wurde in Wietze, einem kleinen Ort zwischen Hannover und Celle, durch die königlich-hannoversche Bohrmannschaft eine weltweit erste gezielte Ölbohrung erfolgreich abgeschlossen. 150 Jahre später neigt sich das Erdölzeitalter dem Ende zu. Peak-Oil steht an; offen ist allerdings, ob Biomasse, Gas oder Kohle den Treibstoff der Zukunft darstellen werden.

Der Autor untersucht die Risiken und Chancen, die eine globale Biomassewirtschaft aufweist. Teil eines Zukunftkonzeptes „Nachhaltige Mobilität“ ist der Wechsel der Rohstoffbasis für die Kraftstoffe der Zukunft: der Ölwechsel auf Biomasse.

Globaler Ölwechsel

Um den Klimawandel in Grenzen halten zu können, gilt es, die globale Erwärmung auf insgesamt 2 Grad Celsius zu begrenzen. Deutschland müsste 2050 seine Treibhausgasemissionen um 80 % gesenkt haben. Hierzu müssen vorrangig alle verfügbaren Einsparmöglichkeiten und Effiziensteigerungspotentiale erschlossen werden. Prognosen gehen soweit, dass der weltweite Erdölbedarf von 85 Millionen Barrel pro Tag 2008 bis zum Jahr 2030 auf 106 Millionen Barrel steigen wird. Diese Ölmengen sind nicht verfügbar. Es wird deshalb bei den Klimaschutzzielen vor allem auch um einen Wechsel der Energie- bzw. Rohstoffquellen gehen müssen, das heißt um die verstärkte Nutzung erneuerbarer Energien. Knapp die Hälfte des weltweiten Energiebedarfs im Jahr 2050 müsste aus erneuerbaren Energien gedeckt werden.

Es wird alles davon abhängen, ob man für die Gestaltung einer positiven Entwicklung die notwendigen Kräfte mobilisieren kann. Und man wird einen massiven Ausbau der Biomassegewinnung benötigen, um die mittelfristigen Klimaschutzziele erreichen zu können. Biomassenutzung wird für die Erreichung des 2-Grad-Ziels in 2050 deshalb einen entscheidenden Beitrag, wahrscheinlich den wichtigsten Teilbeitrag liefern müssen. Der Biomassebedarf für das Jahr 2050 wird bei 3,3 bis 4,7 Milliarden Tonnen Rohöläquivalenten liegen müssen, wenn, je nach Energieprognose, Biomasse einen relevanten Beitrag zur Energieversorgung leisten kann und soll.

Um die Klimaschutzziele 2050 zu erreichen, benötigen wir den globalen Ölwechsel: Biokraftstoffe und nachhaltige Mobilität.

 

Über den Autor: Dr. rer. nat. habil. Uwe Lahl ist Chemiker. Er lehrt an der Technischen Universität Darmstadt. Seit 2001 ist Uwe Lahl Ministerialdirektor im Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz und Reaktorsicherheit.

Bezugsquelle: Das Buch Ölwechsel. Biokraftstoffe und nachhaltige Mobilität ist für 29,80€ über den Rhombos Verlag >> zu beziehen.

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