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IFEU-Institut: ILUC-Modelle ungeeignet
BDBe fordert transparentes und regional differenziertes Modell zur Beurteilung indirekter Landnutzungsänderungen

Die EU-Kommission ist nach der EU-Richtlinie Erneuerbare Energien gehalten, bis Ende des Jahres einen Bericht über die Auswirkungen indirekter Landnutzungsänderungen vorzulegen und ggf. einen Vorschlag zu unterbreiten, wie diese bei der Beurteilung der Nachhaltigkeit bzw. der Treibhausgasminderungswerte von Biokraftstoffen berücksichtigt werden sollen.

Indirekte Landnutzungsänderungen (indirect land use change – ILUC) sind ein vieldiskutiertes Thema bei der Beurteilung der Nachhaltigkeit von Biokraftstoffen. Eine direkte Landnutzungsänderung liegt vor, wenn vorher nicht landwirtschaftlich genutzte Fläche in Ackerfläche für Energiepflanzen umgewandelt wird. Von indirekter Landnutzungsänderung spricht man, wenn die Produktion von Nahrungs- und Futtermitteln durch den Anbau von Energiepflanzen verdrängt wird und auf vorher nicht landwirtschaftlich genutzte Fläche ausweichen muss.

Es existieren bereits zahlreiche Modelle zur Ermittlung indirekter Landnutzungsänderungen. Wie eine Analyse der wichtigsten Modelle durch das Institut für Energie- und Umweltforschung (IFEU) nun zeigt, ist keines dieser Modelle in der vorliegenden Form geeignet, indirekte Landnutzungsänderungen sachgerecht zu evaluieren. Aus Gründen wie mangelnder Transparenz bzw. Nachvollziehbarkeit oder stark streuender Ergebnisse beurteilt das IFEU alle untersuchten Modelle als ungeeignet, um als Grundlage für Rechtsvorschriften zu dienen.

Nach Auffassung des BDBe müssen klimaschädliche indirekte Landnutzungsänderungen verhindert werden. Dafür fordert der BDBe ein transparentes und nachvollziehbares ILUC-Modell zur Identifizierung der tatsächlichen Verursacher. Es kann nicht in Frage kommen, indirekte Landnutzungsänderungen pauschal allen Biokraftstoffen anzulasten. Zwischen einzelnen Biokraftstoffen und deren regionaler Herkunft muss differenziert werden. Außerdem müssen die zusätzlichen Produkte der Bioethanolherstellung wie verschiedene Futter- und Lebensmittel, die regional in sehr unterschiedlichem Ausmaß anfallen, angemessen berücksichtigt werden.

Download:

Gesamtstudie deutsch (1 MB)

Kurzfassung deutsch (150 KB)

Gesamtstudie englisch (1 MB)

Kurzfassung englisch (150 KB)

Über das IFEU-Institut: Das Institut für Energie- und Umweltforschung (IFEU) Heidelberg ist ein gemeinnütziges, unabhängiges Forschungsinstitut, das seit über 30 Jahren umweltwissenschaftliche Forschung und Beratung durchführt. Die Arbeitsthemen des Institut bewegen sich in Gebieten wie Energie- und Umweltmanagement, Verkehr, regenerative Energien, Abfallwirtschaft, Ökobilanzierung und Umweltverträglichkeitsuntersuchungen. Die Umweltbewertung von Bioenergie ist am IFEU ein kontinuierliches Thema seit 20 Jahren. In der Frage nachhaltiger Erzeugung von Biomasse und Auswirkungen auf die Flächennutzung ist das Institut an der Erarbeitung wissenschaftlich Grundlagen beteiligt und berät dabei neben dem Bundesumweltministerium, die EU Kommission, Umweltorganisationen wie auch Wirtschaftsverbände und Unternehmen.

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