Abfindungsbrennereien: -> Brennereien
Abgase: (-> Emissionen) Auspuffgase von Verbrennungsmotoren. Bei benzingetriebenen Kraftfahrzeugen insbesondere Kohlenmonoxid (CO), unverbrannte Treibstoffbestandteile (engl.: unburned fuel) in Form von Kohlenwasserstoffen (CH-Stoffe), Stickoxide (NOx), sowie die vollständig oxidierten Endprodukte jeder Verbrennung Kohlendioxid (CO2) und Wasserdampf. Bei Dieselfahrzeugen außerdem Ruß.
Abgas-Rückführ-Rate (AGR): wird beim Verbrennungsmotor zur Einstellung der Temperatur im Brennraum eingesetzt, um die -> NOx-Emissionen zu kontrollieren.
Abmagerung/Abmagerungseffekte: Änderung des Benzin-Luftverhältnisses (C:02) durch Beimischung sauerstoffhaltiger Komponenten wie Alkohole oder Ether zum Benzin. Hierdurch bessere Verbrennung des Benzin-Luftgemisches mit der Folge geringerer CO- und HC-Abgase.
Absoluter Alkohol: praktisch wasserfreies Ethanol mit mind. 99,8 % vol Ethanol für technische Zwecke (z.B. Beimischung zum Benzin). Gewinnung durch -> Absolutierung
Absolutierung: Entwässerung von Alkohol-Wasser-Gemisch mit max. 97,2 % vol (= 95,57 % mas -> azeotropes Gemisch) bis auf 99,8 % vol Ethanol. Absolutierung ist nicht mit einfacher -> Destillation oder -> Rektifikation möglich, sondern erst nach Zusatz sog. Schleppmittel (z.B. Benzol, Benzin oder Cyclohexan) oder wasserentziehender Substanzen wie z.B. Branntkalk.
Acetaldehyd: -> Aldehyde
Äthylalkohol: -> Ethylalkohol
Äthylen: -> Ethylen
Additive: Zusatz- oder Wirkstoffe für Kraftstoffe, die bestimmte erwünschte Eigenschaften verstärken (z.B. Erhöhung der -> Klopffestigkeit oder Winterfestigkeit) und/oder unerwünschte Eigenschaften reduzieren (z.B. schädliche Abgase).
Aerobe Gärung: enzymatische Spaltung und Umwandlung stickstofffreier organischer Stoffe, vorzugsweise Kohlenhydrate, mit Hilfe von Bakterien, Hefen und Schimmelpilzen unter Zufuhr von Sauerstoff
Agraralkohol: geschmacksneutraler -> Ethylalkohol aus agrarischen Rohstoffen. Begriff zur Unterscheidung von nichtagrarischem Alkohol (-> Synthesealkohol, Sulfitablaugen-Alkohol) und von Trinkbranntweinen mit Geschmacksmerkmalen der verwendeten Agrarrohstoffe.
Aldehyde: Oxidationsprodukte der zugehörigen Alkohole, z.B. Acetaldehyd (CH3-CHO) von -> Ethylalkohol (Alkohol, Ethanol), Formaldehyd (HCHO) von -> Methanol. Acetaldehyd ist Zwischen- und Begleitprodukt der alkoholischen Gärung.
Alkohol: -> Ethylalkohol
Alkoholbeimischung (zum Benzin): Ethanolbeimischungen unterschiedlicher Stärke sind üblich (z.B. 20 % und 85 % in Brasilien; 10 % und 85 % in den USA). In Deutschland sind nach der Norm DIN EN 228 Ethanolbeimischungen von entweder 5 % (bzw. 15 % ETBE) oder nach dem workshop agreement CWA 15293:2005 (E) von 85% zulässig.
Alkohole: Sammelbegriff für bestimmte organische Verbindungen mit dem Kennzeichen einer OH-Gruppe. Bezeichnet nach den Kohlenwasserstoffen, von denen sie sich ableiten (z.B. Methanol von Methan (CH4), Ethanol von Ethan (C2H6), Propanol von Propan, Butanol von Butan usw.).
Alkoholische Gärung: Umwandlung von Zucker oder Stärke (letztere nach Verzuckerung) mittels Backhefe oder anderen Mikroorganismen bzw. Enzymen nach der Formel 1 Molekül Glukose -> 2 Moleküle Ethylalkohol + 2 Moleküle Kohlendioxid + Wärme (C6H12O6 -> 2C2 H5OH + 2CO2). Aus 100 g Glucose können theoretisch 51,14 g - 64,39 cm3 Ethylalkohol gebildet werden. Summarische Gleichung des französischen Chemikers L. Gay-Lussac vereinfacht einen komplizierten Prozeß, der in Wirklichkeit zwölf Stufen durchläuft.
Alkoholkraftstoffe: -> Methanol (M) und -> Ethanol (E) als Benzinkomponenten (-> ETBE, -> MTBE), als Reinkraftstoffe (E 85) anstelle von Benzin oder als sog. ->Blendings in Form von Benzin-Alkohol-Mischungen (z.B. besteht E 5 zu 5 % aus Ethanol und zu 95 % aus Benzin).
Alkoholsorten(-qualitäten) für Kraftstoffzwecke: Es eignen sich nur Qualitäten mit mind. 96/97,2 % vol Alkohol („nicht-entwässerter Alkohol“). Zur Benzinbeimischung wird in der Regel -> absoluter Alkohol (mind. 99,7 % vol Alkohol) gefordert.
Alkoholsynthese: Umwandlung von -> Ethylen bei hohem Druck und hoher Temperatur mittels Katalysator zu Ethanol (C2H4 + H20 —> C2H5OH). Auch Karbidsprit oder Nebenprodukte der synthetischen Benzinerzeugung. Um fossiles Syntheseethanol und pflanzliches Bioethanol unterscheiden zu können, werden Begleitsubstanzen und vor allem der 14C-Gehalt bestimmt. Letzterer wird auch Radiokohlenstoffdatierung oder Radiokarbonmethode genannt und ist eine Methode zur Altersbestimmung kohlenstoffhaltiger organischer Materialien aufgrund des radioaktiven Zerfalls des Kohlenstoff-Isotops 14C. Siehe auch -> Synthesealkohol.
Alternative Kraftstoffe: Als alternative Kraftstoffe werden alle Kraftstoffe bezeichnet, die nicht fossilen Ursprungs sind (z.B. Ethanol, Pflanzenöl, Biodiesel, Biogas, Flüssiggas, Wasserstoff). Im Vergleich mit konventionellen Kraftstoffen beweisen alternative Kraftstoffe eine bessere -> Umweltbilanz.
Amylopektin: Hüllsubstanz der -> Stärke mit chemisch gebundener Phosphorsäure. Verkleistert bei Zugabe von heißem Wasser unter Wasseraufnahme und quillt gallertartig auf. Stark verzweigtes Polysaccharid aus Glucosemolekülen (sog. B- oder Sekundastärke). Violettfärbung mit Jod. Anteil erreicht 40-80 % des gesamten Stärkekorns. Zur Ethanolgewinnung geeignet.
Amylose: eigentliche -> Stärke, Polysaccharid aus nichtverzweigten Ketten von Glucosemolekülen. In heißem Wasser nicht verkleisternd und leicht löslich. Reine Blaufärbung mit Jodlösung. Vollständige Verzuckerung durch Maltoseamylase zu Maltose oder durch Säuren und Glucoamylasen(-oxidasen) zu Glucose.
Anaerobe Gärung: enzymatische Spaltung und Umwandlung stickstofffreier organischer Stoffe, vorzugsweise Kohlenhydrate, mit Hilfe von Bakterien, Hefen und Schimmelpilzen ohne Sauerstoffzufuhr
Aromaten: (-> PAH) Kurzbezeichnung für polyzyklische aromatische Kohlenwasserstoffe, z.B. Benzol, Toluol. Insgesamt sind über 100.000 A. bekannt, das sind ca. 1/3 aller bekannten organischen Verbindungen. Wegen hohen Heizwertes und guter Klopffestigkeit wertvolle Mischkomponenten für Benzin. Nachteilig ist hohe Giftigkeit - z.B. krebserzeugende Wirkung von Benzol und Benzo(a)pyren. Siehe auch -> Photooxydantien.
Aufschluss: Lösung und Verflüssigung der -> Stärke aus stärkehaltigen Rohstoffen vor der Verzuckerung. Thermisch (Dämpfung) und/oder enzymatisch. Druckloser Stärkeaufschluss.
Azeotropes Gemisch: Mischung von zwei oder mehr verschiedenen Flüssigkeiten, deren Siedepunkt niedriger liegt als die Siedepunkte der Bestandteile und die sich deshalb durch normale Destillation nicht trennen lassen. Typisches Beispiel ist Ethanol-Wassergemisch mit 97,2 % vol bzw. 95,57 % mas. Alkoholgehalt, das wie ein einheitlicher Stoff schon bei 78,15°C siedet ohne sich weiter zu konzentrieren, wohingegen reiner Alkohol erst bei 78,39°C und Wasser bei 100°C siedet. Trennung nur durch -> Absolutierung möglich.