Alkohol als Stoffwechselprodukt gibt es als Grundbaustein der durch Zersetzung und Neuaufbau geprägten biochemischen Lebenszyklen unseres Planeten seit über 2 Milliarden Jahren.
Die erste Verwendung von alkoholischen Getränken durch den Menschen zu Kultzwecken fällt wohl in die Zeit des Übergangs von Jäger- und Sammlertum zu ersten Siedlungs- und Sozialformen (neolithische Revolution). Die gezielte Herstellung von Wein aus zuckerhaltigen Früchten und stärkehaltigem Getreide ist seit dem Jahr 5500 vor Christi überliefert. Die Herstellung von hochprozentigem Alkohol begann in Europa erst ab dem Jahr 1000 nach Christi, zunächst durch Alchimisten, die ihr Produkt Aqua vitae sive ardens (im Volksmund: Feuerwasser) nannten. Ab dem Jahr 1450 gab es dann der Allgemeinheit zugängliche professionelle Destillationstechniken. Um 1520 war Alkohol in Form von günstigem Branntwein (mit 50 bis 60 Prozent) einer breiten Bevölkerungsschicht zugänglich.
Die Herstellung von neutralem Grundalkohol durch Destillation von Rohspiritus war in Deutschland um das Jahr 1850 technisch ausgereift.
1860 verwendete Nikolaus August Otto Ethanol als Kraftstoff in den Prototypen seines Verbrennungsmotors. Auch Henry Ford glaubte schon an Ethanol als Treibstoff der Zukunft und konzipierte rund 50 Jahre später sein legendäres T-Modell mit Bioethanolantrieb.
In Deutschland wurde Bioethanol in Form von ETBE bereits seit 1925 als Mittel zur Erhöhung der Klopffestigkeit eingesetzt. Um den Selbstversorgungsgrad zu erhöhen, wurde während des 2. Weltkrieges Benzin mit 10 Prozent Ethanol unter der Marke Monopolin vertrieben.