Die norddeutschen Zuckerrübenanbauer verfügen über ein großes Potential zur Erzeugung von erneuerbaren Energien, wie z.B. Bioethanol. „Wir Rübenanbauer leisten damit schon jetzt einen aktiven Beitrag zum Klimaschutz“, stellte der Vorsitzende des Dachverbandes Norddeutscher Zuckerrübenanbauer e.V. (DNZ), Gerhard Borchert erfreut fest. Die Themen Bioethanol und die Zukunft des EU-Zuckermarktes standen im Mittelpunkt der diesjährigen Mitgliederversammlung des DNZ in Oschersleben.
Zur Stärkung des sich im Aufbau befindlichen Ethanolmarktes sind die politischen Rahmenbedingungen noch nicht ausreichend. Zum einen müssen die Beimischungsverpflichtungen zu mineralischen Kraftstoffen noch weiter erhöht werden. Zusätzlich sollte auch die Steuerbegünstigung für Biokraftstoffe in Reinform erhalten bleiben, damit umweltfreundliche alternative Kraftstoffe flächendeckend angeboten werden können. „Wir machen uns für die Schaffung eines flächendeckenden Tankstellennetzes für Ethanol stark und fordern auch die deutsche Automobilindustrie auf, ihr Angebot an Flexible-Fuel-Fahrzeugen auszuweiten“, so Borchert. Nur so könne der Verbraucher frei entscheiden, welche Technologien sich langfristig durchsetzen.
Der Bundesumweltminister Siegmar Gabriel verdeutlichte in seinem Gastvortrag den Willen der Bundesregierung, sich im Rahmen der aktuellen Klimaschutzdebatte auch weiterhin für Biokraftstoffe einzusetzen.
Zweiter Schwerpunkt der Versammlung war die bislang unzureichende Restrukturierung des europäischen Zuckermarktes. „Wir kommen nicht mehr umhin, nun auch einen eigenen Beitrag zu einem funktionierenden Zuckermarkt zu leisten“, so der Vorsitzende Gerhard Borchert. Nach Auffassung des DNZ gehen die Vorschläge der EU-Kommission in die richtige Richtung. Allerdings sieht der Verband noch Verbesserungsbedarf. Konkrete Forderungen wurden von der Mitgliederversammlung in einer umfassenden Entschließung verabschiedet.