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Die Verwendung von Bioethanol als alternativer Kraftstoff für Ottomotoren wird in der Europäischen Union seit einigen Jahren von Vertretern aus Politik, Landwirtschaft und Umweltschutz aus unterschiedlichen Gründen gefordert. Deutschland übernimmt als weltgrößter Biodieselproduzent bei der Verwendung von Biokraftstoffen bereits traditionell eine Vorreiterrolle. Zusätzlich gelten ab dem Jahre 2007 sehr ehrgeizige Zwangsbeimischungsziele für Biokraftstoffe, was sich erheblich auf die einzelnen Wirtschaftssektoren auswirken kann. Dabei darf jedoch nicht übersehen werden, dass Bioethanol weltweit zu unterschiedlichen Bedingungen produziert wird. In der vorliegenden Arbeit wird daher die Wettbewerbsfähigkeit der Bioethanolproduktion aus nationaler und internationaler Sicht analysiert.
Zunächst werden die Produktionskosten von Bioethanol in der Europäischen Union, Brasilien, den USA, Australien, Thailand und China detailliert analysiert und verglichen sowie die Auswirkungen auf die deutsche Bioethanolproduktion durch Importe bewertet. Als weitere Schwerpunkte werden die Flächenpotenziale für Biokraftstoffe in Deutschland und der EU ermittelt. Zudem werden die Nutzung von Zuckerrüben für die Bioethanolproduktion analysiert und Preisbeziehungen zwischen Rohölpreis und Rohstoffpreisen hergeleitet. Weiterhin werden durch die Verwendung von Bioethanol entstehende CO2-Reduktionskosten berechnet und mit jenen anderer Klimaschutzmaßnahmen verglichen. Neben der Analyse bereits bestehender Bioethanolmärkte in Brasilien und den USA wird auch die bisherige Marktentwicklung von Biodiesel vergleichend hinzugezogen. Mittels Fragebogen wurden auch die kritischen Argumente der Automobil- und der Mineralölindustrie erhoben und in die Gesamtdebatte um Sinn und Unsinn von Biokraftstoffen eingeordnet.
Abschließend werden die Ergebnisse der Arbeit insbesondere in Hinblick auf mögliche Zielkonflikte durch die Verwendung von Biokraftstoffen diskutiert. Dabei soll insbesondere der Fragestellung nachgegangen werden, ob die derzeitigen Bedingungen eine langfristig erfolgreiche Bioethanolproduktion in Deutschland ermöglichen können.
zum Autor:
Oliver Henniges, geboren 1977 in Duderstadt, aufgewachsen auf einem landwirtschaftlichen Betrieb in Südniedersachsen, Studium der Agrarwissenschaften an der Universität Hohenheim, seit 2003 am Institut für landwirtschaftliche Betriebslehre der Universität Hohenheim, Lehrstuhl für Analyse, Planung und Organisation der landwirtschaftlichen Produktion von Prof. Dr. Drs. h. c. Jürgen Zeddies, Forschungsschwerpunkt internationale Bioenergie- und Zuckerproduktion, zahlreiche Veröffentlichungen und Vorträge auf nationalen und internationalen Konferenzen, 2006 Promotion zum Dr. sc. agr.